Drei Jahre Arbeit, bevor der erste Spargel gestochen wird
Was viele nicht wissen: Spargel ist keine kurzfristige Kultur. Vom Pflanzen bis zur ersten Ernte vergehen rund drei Jahre. Im ersten Jahr werden sogenannte Jungpflanzen gesetzt. Doch damit ist die Arbeit keineswegs erledigt, im Gegenteil.
In den folgenden Jahren brauchen die Pflanzen intensive Pflege. Die Felder müssen regelmäßig von Unkraut befreit, je nach Wetterlage bewässert und der Boden mit Nährstoffen versorgt werden, damit der Spargel kräftig wachsen kann. Im zweiten Jahr werden die Flächen zusätzlich aufgedämmt und weiter sorgfältig betreut. Erst im dritten Jahr ist der Spargel schließlich stark genug, um erstmals geerntet zu werden. Danach kann eine Spargelanlage etwa sieben bis acht Jahre lang genutzt werden, vorausgesetzt, Pflege und Witterung spielen mit.
Ernte mit Muskelkraft und Erfahrung
Spargel wächst unter der Erde und genau dort wird er auch geerntet. Das Spargelstechen ist daher echte Handarbeit. Jede einzelne Stange wird vorsichtig freigelegt und mit dem Spargelmesser auf eine Länge von etwa 23 bis 25 Zentimetern gestochen. Diese Arbeit ist körperlich anstrengend, erfordert Erfahrung und kostet viel Zeit. Maschinen können diese Präzision nicht ersetzen. Gerade diese aufwendige Ernte trägt wesentlich zur hohen Qualität, aber auch zu den höheren Kosten von deutschem Spargel bei.
Kurze Wege statt langer Transporte
Neben Deutschland zählen auch Länder wie Spanien, Griechenland oder Mexiko zu den großen Spargelproduzenten. Dort ist Spargel oft günstiger, vor allem, weil die Löhne deutlich niedriger sind. Hinzu kommen lange Transportwege. Der Spargel legt oft mehrere tausend Kilometer zurück, bevor er im Handel ankommt. Dabei geht nicht nur Frische verloren, sondern es entstehen auch zusätzliche Umweltbelastungen.
Bei vielen hessischen Betrieben sieht das anders aus. Der Spargel wird häufig morgens gestochen und wenige Stunden später direkt ab Hof oder am Verkaufsstand angeboten. Frischer geht es kaum. Wer regionalen Spargel kauft, unterstützt kurze Wege, saisonalen Genuss und die heimische Landwirtschaft.
Gut zu wissen: Gute Arbeit hat ihren Wert
Noch immer hält sich das Klischee, Erntehelferinnen und Erntehelfer seien billige Arbeitskräfte. Die Realität ist jedoch eine andere. Wer heute keine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen bietet, wird künftig kaum noch ausreichend Personal finden. Viele Spargelbetriebe legen deshalb großen Wert auf ein gutes Miteinander und sorgen neben dem Lohn auch für Unterkünfte und Versorgung.
Faire Arbeit, sorgfältige Pflege der Felder, viel Handarbeit und kurze Wege: all das fließt in den Preis mit ein. Und all das erklärt, warum hessischer und deutscher Qualitätsspargel mehr kostet, seinen Preis aber auch wert ist.
Wer sich bewusst für Spargel aus Hessen entscheidet, unterstützt regionale Betriebe, erhält Frische und Qualität und trägt dazu bei, dass Landwirtschaft vor Ort eine Zukunft hat.